30.11.2018

Filed under: Uncategorized — admin @ 16:11
Halle fuer Kunst laedt herzlich ein zu
 
 
 
Geld und Psyche
 
 
 
Mit Arbeiten von Elisabeth Greinecker, Meschac Gaba, Nicolás Guagnini, Martin Hotter, Annette Kelm, Kitty Kraus, Ilya Lipkin, Jonas Lipps, Cildo Meireles, Gunter Reski, Sarah Szczesny und Amelie von Wulffen
 
 
 

Annette Kelm, »Untitled (Hand with money)«, 2004
 
 
 
23. November 2018 – 6. Januar 2019
Eroeffnung: Donnerstag, 22. November 2018, 19 Uhr
Ort: Halle fuer Kunst Lueneburg, Reichenbachstrasse 2, 21335 Lueneburg
 
 
 
Ausgangspunkt der Ausstellung bildet ein Nachdenken darueber, dass Geld, obwohl es als gefuehllos, neutral und berechenbar gilt, Einfluss auf unsere Psyche nimmt. So schreibt etwa die Malerin und Schriftstellerin Franziska zu Reventlow in ihrem Briefroman „Der Geldkomplex“ (1916), dass Existenzaengste und Geldsorgen groeßeren negativen Einfluss auf die psychische Stabilitaet des Menschen haben, als beispielsweise in der Kindheit Erlebtes. In der Ausstellung geht es darueber hinaus aber auch ganz faktisch um Geld als Objekt und darum, wie eine an sich wertlose Materialansammlung zu Wert werden kann. Geld muss naemlich benutzt wie auch beglaubigt werden. Es muss zirkulieren und kann seine Funktion erst und nur erfuellen, wenn, obgleich es sich an den Einzelnen richtet, alle an seine Wertbestaendigkeit glauben. Dass diese Glaubwuerdigkeit aber auch unterminiert werden kann, zeigt sich in der Ueberlieferung, dass unter der roemischen Besetzung Jerusalems die juedische Bevoelkerung die neu gepraegten, oft wechselnden Muenzen der Besatzungsmacht nicht akzeptierte, sondern ihre alte Waehrung einfach weiter verwendete. Hierin liegt ein Aspekt von Rebellion. Geld ist aber auch die Faehigkeit zur Transformation eingeschrieben, kann es sich doch in alle moeglichen Dinge verwandeln, deren Wert es zunaechst lediglich verkoerpert. Geld hat ein unberechenbares Wesen. 
 
Ein weiterer Aspekt, der uns interessant erscheint, ist die ueberaus ambivalente Rolle, die Geld im Feld der Kunst einnimmt. Einerseits ist es treibender und nahezu alles bestimmender Motor. Gilt Kunst doch als vielversprechendes Anlage- und Spekulationsobjekt, dreht sich in amerikanischen Museen alles um Fundraising und stammen laut soziologischer Studien Kuenstler*innen meist aus finanziell besser gestellten Gesellschaftsschichten; was nichts anderes heißt, als dass man es sich leisten koennen muss, Kunst zu machen bzw. machen zu wollen, sowohl in finanzieller Hinsicht als auch als denkbares Lebensmodell. Andererseits wird die Rolle des Geldes geradezu auffaellig ausgeklammert und verdraengt. Soll es beim Kunstmachen doch keine Bedeutung haben, nicht Grund und Ziel der Beschaeftigung sein. Kunst sei im Gegenteil Berufung, nicht Job. Mit diesem Credo geht die Vorstellung einher, dass eine solche Praxis unbestechlich und unabhaengig von institutionellen wie oekonomischen Verwertungssystemen sei, mithin authentisch, was seit jeher im Zentrum des Marktbegehrens steht. All dies kommt einer Substanzialisierung, einer Aufladung von Kunst gleich, die sie zu etwas Hoeherem und Hehrem macht, welches sich jenseits von materiellen, sprich finanziellen Sphaeren verortet. Unter dieser Perspektive wird auch verstaendlich, warum im Feld der Kunst (ebenso wie in anderen Felder kultureller Produktion) mit symbolischem Kapital gehandelt wird bzw. gehandelt werden kann. Dieses loest sich (wenn ueberhaupt) jedoch erst sehr viel spaeter in finanziellem ein und fußt auf einer kollektiven Buergschaft, von der nur geglaubt, aber nicht gewusst werden kann, dass sie traegt. In diesem Gebundensein an eine das Faktische uebersteigende Uebereinkunft trifft sich das symbolische Kapital jedoch wiederum mit dem Geld.
 
Die Ausstellung wird kuratiert von Stefanie Kleefeld und Ulla Rossek
 
 
 
Die Ausstellung wird grosszuegig gefoerdert durch die Stiftung Niedersachsen, die Niedersaechsische Sparkassenstiftung un d die Sparkassenstiftung Lueneburg. 
Das Vermittlungsprogramm wird ermoeglicht durch das Land Niedersachsen, die LAGS und die Lueneburger Buergerstiftung. 
Das Jahresprogramm der Halle fuer Kunst wird realisiert Dank der Foerderung des Landes Niedersachsens, der Hansestadt Lueneburg und der Sparkassenstiftung Lueneburg.
Unser Dank geht zudem an Sophie Hipp, Fuerstenberg Zeitgenoessisch, Donaueschingen, die Galerie Tanya Leighton sowie die Galerie Lars Friedrich.
 
 
 
 
 
 
E N G LI S H   V E R S I O N 
 
 

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Unter Bildern
Eröffnung 9. Mai, 18 Uhr
10. Mai – 2. Juni 2018
Die Malereiausstellung im Heiligenkreuzerhof geht der Frage nach, wie sich der Bezug von Bildraum zu Realraum, von Bild zur Welt verändert hat. Eine eindeutige Trennung zwischen den Sphären lässt sich nicht mehr ausmachen. Bildlicher, konkreter, sozialer und imaginärer Raum überlagern sich, weil das Verhältnis von Innen und Außen, Fiktion und Realität durch die digitalen Entwicklungen in eine neue Dynamik geraten ist. Die Beziehung ist daher ein ruinöses Moment, das als nicht fixierbar im Flow der Bilder aufscheint.
Die Idee aus dem Bild heraus treten und dies als Befreiung werten zu können, ist dem Bewusstsein gewichen, nicht aussteigen zu können – auch nicht, wenn das Bild in den Raum extendiert wird. Weitaus mehr als zur äußeren Dingwelt stehen Bilder in Relation zu anderen Bildern. Sie infizieren sich gegenseitig. Im Vergleich jedoch zu früheren Aneignungsformen haben sich die Bezugsrahmen exponentiell erweitert. Bilder, Formate, Strategien stehen unhierarchisch nebeneinander und scheinbar unbegrenzt zur Verfügung. Sie werden nicht in einer bestimmten Form konserviert, sondern permanent neu kontextualisiert.
KünstlerInnen: Henning Bohl, Jakob Buchner, Judith Eisler, Sophie Gogl, Julia Haller, Stephanie Kaiser, Anita Leisz, Jonas Lipps, Sophia Mairer, Matthias Noggler, Florian Pfaffenberger, Lukas Posch, Vika Prokopaviciute, Titania Seidl, Anne Speier, Miriam Visaczki, Amelie von Wulffen, Min Yoon

Ausstellungsarchitektur: Martin Hotter
Kuratorin: Anette Freudenberger
Universitätsgalerie der Angewandten
im Heiligenkreuzerhof
Schönlaternengasse 5
bzw. Grashofgasse 3
A – 1010 Wien

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